Teil- und vollintegrierte Geräte werden mit einer Möbelfront verkleidet, die vom Küchenhersteller kommt und nicht zum Lieferumfang gehört. Die Montage ist mechanisch simpel — und trotzdem gibt es vier Punkte, an denen es regelmäßig hakt.
1. Das maximale Frontgewicht
Jedes Gerät nennt im Datenblatt ein zulässiges Gewicht für die Möbelfront, bei 45-cm-Geräten typischerweise deutlich unter dem der 60-cm-Klasse. Der Grund ist die kleinere Türfeder.
Die Türfeder trägt das Gewicht der Tür samt Front. Ist die Front zu schwer, fällt die Tür beim Öffnen durch und schlägt auf. Ist sie zu leicht, bleibt die Tür auf halbem Weg stehen oder zieht sich wieder zu. Beides sieht nach einem Defekt aus und ist keiner.
Bei jedem Gerät lässt sich die Feder nachstellen — meist über eine Schraube seitlich am Türscharnier, manchmal durch Umhängen des Federzugs in eine andere Bohrung. Der Weg dazu steht in der Montageanleitung und unterscheidet sich je Baureihe deutlich.
Die Front sollte in jeder Position stehen bleiben: halb offen, ein Viertel offen, ganz offen. Wenn sie das tut, stimmt die Federspannung.
2. Die Schablone benutzen
Jedem integrierbaren Gerät liegt eine Bohrschablone bei. Sie zu benutzen ist kein Komfort, sondern nötig: Die Befestigungsbohrungen müssen exakt sitzen, sonst steht die Front schief oder die Schrauben treffen die Türblech-Verstärkung nicht.
Die Front wird nicht durchgebohrt. Es werden Sacklöcher gesetzt, deren Tiefe die Schablone vorgibt. Wer durchbohrt, sieht die Schraubenspitze auf der sichtbaren Küchenseite.
3. Das Fugenmaß
Die Front muss zur benachbarten Küchenfront passen, und zwar in drei Richtungen:
- Seitlich: gleiche Fugenbreite links und rechts wie zwischen den übrigen Fronten der Zeile, meist 2 bis 3 mm.
- Oben: Abstand zur Arbeitsplatte so, dass die Front beim Öffnen nicht anschlägt.
- Unten: Abstand zum Sockel so, dass die Front sich am Sockel vorbei nach unten schwenken kann.
Die meisten Geräte erlauben eine Feinjustierung der Front nach dem Anschrauben über Langlöcher — einige Millimeter in Höhe und Seite. Diese Reserve sollte man beim ersten Anschrauben in der Mitte lassen, nicht am Anschlag.
4. Sockel und Türschwenk
Der häufigste Planungsfehler bei integrierten Geräten: Die Sockelblende steht zu weit vor. Die Möbelfront schwenkt beim Öffnen nach unten und stößt dann an den Sockel.
Die Datenblätter nennen dafür einen maximalen Sockelvorsprung ab Nischenvorderkante, häufig um die 50 Millimeter. Ist der Sockel tiefer gesetzt, muss er im Bereich des Geschirrspülers ausgeschnitten oder zurückversetzt werden.
Zweiter Punkt: die Sockelhöhe. Ist der Sockel sehr hoch, reicht die Front nicht bis nach unten und es klafft ein Spalt.
Welche Geräte diese Bauform überhaupt anbieten und worauf beim Frontgewicht zu achten ist, steht auf der Übersicht zu vollintegrierbaren 45-cm-Geschirrspülern.
Reihenfolge bei der Montage
- Gerät in die Nische einschieben und mit der Wasserwaage in beiden Achsen ausrichten.
- Gerät seitlich oder unter der Arbeitsplatte am Möbel befestigen — bei Steinarbeitsplatten gehört die Befestigung seitlich an den Korpus, nicht in die Platte.
- Front nach Schablone bohren und montieren.
- Türfeder auf das tatsächliche Frontgewicht einstellen und in mehreren Öffnungswinkeln prüfen.
- Front über die Langlöcher auf das Fugenbild der Zeile ausrichten.
- Griff montieren — wenn die Küche einen durchgehenden Griff hat, muss dessen Höhe zur Nachbarfront passen, nicht zur Gerätetür.
Wenn das Gerät sich beim Öffnen der Tür bewegt
Ein Geschirrspüler, der beim Öffnen der beladenen Tür nach vorne kippt oder herausrutscht, ist nicht befestigt. Bei Unterbau- und integrierten Geräten gehört das Gerät fest ans Möbel oder an die Arbeitsplatte — mit den beiliegenden Winkeln. Die schwere Möbelfront verschiebt den Schwerpunkt nach vorn, und der ausgezogene Unterkorb tut den Rest.
Passt am Ende alles, geht es weiter zum Wasser- und Stromanschluss. Wer noch in der Planung steckt, misst zuerst die Nische.
