Dieser Beitrag beschreibt die üblichen Konstellationen; er ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel und bei Streit mit dem Vermieter hilft ein Mieterverein oder eine Anwältin bzw. ein Anwalt für Mietrecht weiter.
Der Grundsatz
Ein Geschirrspüler an bereits vorhandene Anschlüsse zu stellen, fällt in aller Regel unter den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Wer ein freistehendes Gerät neben die Spüle stellt, den Zulauf ans vorhandene Eckventil schraubt, den Ablauf an den Siphon hängt und den Stecker in eine vorhandene Steckdose steckt, verändert die Wohnung nicht — er benutzt sie.
Zustimmungspflichtig wird es, sobald in die Bausubstanz eingegriffen wird:
- neue Wasser- oder Abwasserleitungen
- eine neue Steckdose oder ein neuer Stromkreis
- Bohrungen in Fliesenspiegel oder Arbeitsplatte
- Umbauten an einer vom Vermieter gestellten Einbauküche
Für all das braucht es die Erlaubnis des Vermieters — am besten schriftlich, mitsamt der Frage, ob beim Auszug zurückgebaut werden muss.
Die einfachste Lösung: freistehend
Für Mietwohnungen ist das freistehende 45-cm-Gerät fast immer die richtige Bauform. Es braucht keine Nische, keine Möbelfront und keinen Umbau, es steht auf eigenen Füßen mit eigenem Deckel — und es zieht beim Auszug mit. Der Vergleich der Bauformen steht unter Bauformen.
Ist die Küche vom Vermieter gestellt und hat sie eine passende 450-mm-Nische, kann auch ein unterbaufähiges Gerät hinein. Dann gehört aber vorher geklärt, was mit dem Gerät beim Auszug passiert und ob der dort eventuell stehende Unterschrank eingelagert werden muss.
Die passenden Geräte samt Prüfpunkten stehen auf der Übersicht zu freistehenden 45-cm-Geschirrspülern.
Anschluss ohne Eingriff
Wasser. Unter jeder Spüle sitzen Eckventile für Kalt- und Warmwasser. Ein Geräteanschlussventil (auch Doppel- oder Kombiventil) ersetzt das vorhandene Eckventil und bietet zusätzlich einen 3/4-Zoll-Abgang für das Gerät. Das ist ein Austausch von Armaturen ohne Eingriff in die Leitung — üblicherweise unproblematisch, und beim Auszug lässt sich das alte Ventil wieder einsetzen. Wer sich damit nicht sicher fühlt, lässt es von einem Fachbetrieb machen: Ein undichtes Ventil unter der Spüle wird teuer.
Abwasser. Viele Spülenunterschränke haben bereits einen Siphon mit Geräteanschluss. Ist keiner vorhanden, kostet ein Siphon mit Anschlussstutzen wenig und wird ohne Werkzeugaufwand getauscht. Die werkseitige Blindkappe muss ausgestochen werden — siehe Wasser- und Stromanschluss.
Strom. Eine vorhandene Steckdose genügt. Keine Mehrfachsteckdose und keine Verlängerung, weil das Gerät beim Heizen dauerhaft hohe Last zieht.
Wenn kein Anschluss erreichbar ist
Bleibt die Küche ohne nutzbaren Wasseranschluss in der Nähe, ist ein Tischgeschirrspüler mit Tank die einzige Variante ohne Installation. Was er kann und was nicht, steht unter Tischgeschirrspüler oder 45-cm-Gerät.
Praktische Vorsichtsmaßnahmen
- Wasserschaden ist der Klassiker. Eine Waschmaschinen- oder Geräteunterlegwanne unter dem Gerät kostet wenig und fängt einen schleichenden Leck auf, bevor er in den Estrich zieht.
- Aquastop-Zulaufschlauch verwenden, wenn das Gerät einen mitbringt — und ihn weder kürzen noch verlängern.
- Eckventil schließen, wenn die Wohnung länger leer steht.
- Private Haftpflicht prüfen. Leitungswasserschäden am Gebäude sind ein typischer Streitpunkt; ob und in welchem Umfang der eigene Vertrag greift, sollte vorher bekannt sein.
- Fotos vom Zustand vor dem Anschluss machen. Das erspart beim Auszug Diskussionen darüber, welche Kratzer und Bohrungen schon da waren.
Beim Auszug
Wurde nur an vorhandene Anschlüsse angeschlossen, wird das Gerät abgebaut und mitgenommen, das ursprüngliche Ventil wieder eingesetzt und der Siphon in den alten Zustand zurückversetzt. Wurde mit Erlaubnis umgebaut, gilt das, was in dieser Erlaubnis vereinbart wurde — noch ein Grund, sie schriftlich zu haben.
