Das Spülergebnis ist bei modernen Geräten selten das Problem — das Trocknungsergebnis dagegen häufig. Wer nach dem Programmende nasse Kunststoffdosen und trockene Teller herausholt, hat kein defektes Gerät, sondern Kondensationstrocknung.
Kondensationstrocknung
Das mit Abstand verbreitetste Verfahren, in der 45-cm-Klasse praktisch der Standard.
Wie es funktioniert: Der letzte Klarspülgang läuft heiß. Das Geschirr speichert diese Wärme, die Innenwand aus Edelstahl kühlt schneller ab. Der Wasserdampf schlägt sich deshalb an der kalten Wand nieder statt auf dem Geschirr und läuft nach unten ab.
Die Folge: Alles, was Wärme gut speichert, wird trocken — Porzellan, Steingut, Glas, Edelstahl. Alles, was kaum Wärme speichert, bleibt nass: Kunststoff. Eine Plastikdose ist nach demselben Programm klatschnass, während der Teller daneben staubtrocken ist. Das ist keine Fehlfunktion.
Vorteile: völlig geräuschlos, kein zusätzlicher Stromverbrauch, keine bewegten Teile, die ausfallen können.
Nachteile: Kunststoff bleibt nass, und das Gerät sollte am Programmende geöffnet werden, sonst bleibt Restfeuchte im Innenraum.
Automatische Türöffnung
Kein eigenes Trocknungsverfahren, sondern eine Ergänzung zur Kondensationstrocknung: Das Gerät öffnet die Tür am Programmende einen Spalt, sodass der feuchte Dampf abziehen kann und trockene Raumluft nachströmt.
Das verbessert das Ergebnis spürbar und kostet keine Energie. Es hat zwei Nebenwirkungen: ein hörbares mechanisches Klacken beim Öffnen, und bei integrierten Geräten schwingt die schwere Möbelfront mit — der Spalt muss also in der Küchenplanung frei sein. Wer das Gerät nachts laufen lässt, sollte wissen, dass es sich selbst öffnet.
Zeolith-Trocknung
Zeolith ist ein Mineral, das Feuchtigkeit aufnimmt und dabei Wärme abgibt. In einem Behälter im Geräteboden bindet es den Wasserdampf aus dem Innenraum und heizt die Luft gleichzeitig auf — die trockene warme Luft nimmt die Restfeuchte vom Geschirr auf.
Vorteile: deutlich besseres Trocknungsergebnis, auch bei Kunststoff. Das Material verbraucht sich nicht — es wird im nächsten Spülgang durch die Wärme wieder ausgetrieben und ist danach erneut aufnahmefähig.
Nachteile: Aufpreis, ein zusätzliches Gebläsegeräusch in der Trocknungsphase, und in der schmalen Baubreite nur in wenigen Baureihen überhaupt angeboten — der Behälter braucht Bauraum, den ein 45-cm-Gerät kaum hat.
Umluft- oder Gebläsetrocknung
Ein Ventilator führt Raumluft durch den Innenraum und drückt die feuchte Luft heraus, teilweise über ein Heizelement.
Vorteile: funktioniert auch bei Kunststoff, unabhängig von der Restwärme des Geschirrs.
Nachteile: zusätzlicher Stromverbrauch, hörbares Gebläse, und die feuchte Luft geht in die Küche.
Was das für die Kaufentscheidung heißt
| Verfahren | Kunststoff trocken | Geräusch | Mehrverbrauch | in 45 cm verfügbar |
|---|---|---|---|---|
| Kondensation | nein | keins | keiner | Standard |
| Kondensation + Türöffner | teilweise | Klacken | keiner | häufig |
| Zeolith | ja | Gebläse | gering | selten |
| Umluft | ja | Gebläse | ja | gelegentlich |
Für die meisten Haushalte ist Kondensationstrocknung mit automatischer Türöffnung der vernünftige Punkt: kein Mehrverbrauch, kein Aufpreis für ein Verfahren, und der Rest lässt sich mit drei Handgriffen erledigen.
Zeolith steckt fast ausschließlich in vollintegrierbaren Geräten — dort ist der Bauraum dafür vorhanden.
Was ohne teures Verfahren hilft
- Klarspüler richtig dosieren. Er bewirkt, dass Wasser als Film abläuft statt Tropfen zu bilden — das ist der größte Einzelhebel für trockenes Geschirr. Siehe Wasserhärte, Salz und Klarspüler.
- Kunststoff nach oben, schräg gestellt. Waagerechte Flächen halten das Wasser. Siehe Richtig einräumen.
- Tür nach Programmende öffnen und zehn Minuten warten, bevor ausgeräumt wird.
- Von oben nach unten ausräumen. Wer den Oberkorb zuerst leert, gießt kein Restwasser aus Tassen auf die trockenen Teller darunter.
