Auf der Blende eines aktuellen Geräts stehen selten weniger als acht Programme. Im Alltag laufen bei den meisten Haushalten zwei davon. Das ist kein Fehler — es ist die richtige Nutzung.
Die vier Programme, die zählen
Eco
Das Programm, auf das sich das Energielabel bezieht, und das sparsamste im Gerät. Es heizt niedriger und spült dafür deutlich länger — bei aktuellen Geräten drei bis vier Stunden.
Wann: als Standard. Für normal verschmutztes Alltagsgeschirr ist Eco die richtige Wahl, wenn keine Eile besteht. Läuft die Maschine über Nacht oder während der Arbeitszeit, spielt die Dauer ohnehin keine Rolle.
Automatik
Ein Trübungssensor misst, wie stark das Spülwasser verschmutzt ist, und passt Temperatur und Dauer an. Das Ergebnis liegt zwischen Eco und Intensiv.
Wann: wenn eine Ladung gemischt ist — Frühstücksgeschirr zusammen mit einer angebrannten Pfanne — oder wenn man den Verschmutzungsgrad nicht einschätzen will.
Wichtig: Der Sensor funktioniert nur, wenn nicht von Hand vorgespült wurde. Sauberes Wasser meldet ihm „leichte Verschmutzung“, und die Ladung bekommt ein zu kurzes Programm.
Intensiv
Höchste Temperatur, längste Hauptspülphase, meist mit Vorspülgang. Für Töpfe, Bratenformen und Eingebranntes.
Wann: nach dem Kochen mit Ofen und Pfanne. Nicht als Standard — die hohe Temperatur belastet empfindliche Gläser und kostet Energie.
Kurz oder Schnell
Das am häufigsten missverstandene Programm. Kurzprogramme sind keine Sparprogramme. Sie sind schnell, weil sie heißer spülen und die fehlende Zeit über Temperatur ausgleichen — sie verbrauchen in der Regel mehr Strom und oft mehr Wasser als Eco.
Wann: wenn leicht verschmutztes Geschirr in einer Stunde wieder gebraucht wird. Nicht für Eingetrocknetes.
Die Programme, die selten laufen
Glas oder Schonprogramm — niedrigere Temperatur, sanftere Mechanik. Sinnvoll für empfindliche Gläser, insbesondere wenn schon einmal Glaskorrosion aufgetreten ist. Siehe Reinigen und entkalken.
Vorspülen — spült ohne Reiniger und ohne Heizen, damit Reste nicht antrocknen, wenn das Gerät erst in zwei Tagen voll wird. In einem 45-cm-Gerät, das täglich läuft, praktisch überflüssig.
Hygiene oder Extra-Heiß — hält die Endtemperatur länger. Relevant bei Schneidbrettern nach rohem Fleisch oder bei Babyflaschen, sonst nicht.
Halbe Beladung — spart deutlich weniger, als der Name suggeriert, weil Heizung und Pumpe kaum skalieren. Besser: warten, bis das Gerät voll ist.
Funktionen, die tatsächlich etwas ändern
Zeitvorwahl. Verschiebt den Start um mehrere Stunden. Spart keine Energie, aber Geld bei einem Zeittarif — und Nerven, wenn man das Gerät nicht nachts hören will.
Beladungserkennung / Mengenautomatik. Reduziert die Wassermenge bei geringer Beladung. Wirkt, ist aber kein Ersatz für volles Beladen.
Restlaufanzeige im Bodenspalt. Bei vollintegrierten Geräten die einzige Möglichkeit, den Fortschritt ohne Türöffnen zu sehen. Siehe Bauformen.
Automatische Türöffnung. Der wirksamste einzelne Beitrag zum Trocknungsergebnis ohne Mehrverbrauch — Details unter Trocknungsverfahren.
Innenbeleuchtung. Komfort, sonst nichts. Wer den Programmfortschritt ohne Türöffnen sehen will, ist mit einem teilintegrierbaren Gerät besser bedient als mit einer App-Anbindung.
App-Anbindung. Nützlich für Push-Nachrichten bei Programmende und für Fehlermeldungen. Der oft beworbene Fernstart hat einen praktischen Haken: Das Gerät muss beladen und der Reiniger eingelegt sein — beides passiert nicht per App. Zusätzlich ist eine dauerhafte Netzwerkverbindung eines Haushaltsgeräts eine bewusste Entscheidung, keine Selbstverständlichkeit.
Empfehlung
Wer beim Kauf auf Programmzahl achtet, achtet auf die falsche Zahl. Entscheidend sind:
- Ein echtes Eco-Programm — hat jedes Gerät.
- Ein Automatikprogramm mit Trübungssensor — hat nicht jedes Einstiegsgerät.
- Zeitvorwahl mit ausreichendem Bereich.
- Automatische Türöffnung, wenn das Gerät keine aufwendige Trocknung hat.
Alles darüber ist Ausstattung, die man mögen kann. Wichtiger für das Ergebnis sind richtiges Einräumen und die korrekt eingestellte Wasserhärte.
