Für 45 cm breite Geschirrspüler gibt es im deutschsprachigen Raum nur zwei Institute mit eigener Messung: die Stiftung Warentest und den österreichischen VKI (Konsument). Beide führen die Schmalgeräte als kleines Teilfeld im Gesamttest mit, keines widmet ihnen einen eigenen Test. In der Warentest-Datenbank stehen 6 Geräte mit 44 bis 45 cm Breite gegen 51 mit 59 bis 60 cm (Stand 20.03.2026).
Einen ausgewiesenen Sieger speziell unter den 45-cm-Geräten gibt es deshalb in dieser Form nicht.
Die unabhängigen Prüfungen im Überblick
| Quelle | Letzte Prüfung | 45-cm-Geräte | Eigene Messung | Zugang |
|---|---|---|---|---|
| Stiftung Warentest | 20.03.2026 (Heft 04/2026) | 4 Geräte mit exakt 45 cm, 2 mit 44 cm | ja | 5,90 € Freischaltung |
| VKI / Konsument (AT) | 30.04.2026 | 5 Geräte (3 vollintegriert, 2 teilintegriert) | ja | Abo ab 4,00 €/Monat |
| ETM Testmagazin | 13.02.2026 | keine — geprüft wurden 60-cm-Geräte | ja, eigenes Labor | frei |
| testberichte.de | laufend | Aggregator | nein | frei |
Alle Angaben in dieser Tabelle abgerufen am 31.08.2026; die Zugangspreise der Anbieter können sich ändern.
Ein Hinweis zur Einordnung: Warentest und VKI arbeiten in der internationalen Testplattform ICRT zusammen. Die beiden Veröffentlichungen vom März und April 2026 sind deshalb sehr wahrscheinlich dieselbe Messreihe in zwei Ländern — nicht zwei unabhängige Bestätigungen.
Die übrigen Seiten, die bei dieser Suche weit oben stehen, prüfen nichts. Sie vergleichen Datenblätter, aggregieren fremde Urteile oder schreiben Herstellerangaben ab. Das ist nicht ehrenrührig — es ist nur keine eigene Prüfung, und dieselbe Einschränkung gilt für diese Seite hier.
Was Stiftung Warentest prüft
Die aktuelle Gewichtung im Geschirrspüler-Test verteilt sich auf sechs Gruppen:
| Prüfgruppe | Gewicht |
|---|---|
| Sparprogramm (Eco) | 20 % |
| Automatikprogramm | 20 % |
| Kurzprogramm | 20 % |
| Handhabung | 20 % |
| Sicherheit und Verarbeitung | 10 % |
| Geräusch | 10 % |
Reinigungs- und Trocknungsleistung sind keine eigenen Posten — sie werden innerhalb der drei Programmnoten bewertet. Eine Gruppe „Umwelteigenschaften“ gibt es entgegen einer verbreiteten Darstellung nicht; der Verbrauch steckt in der Eco-Note.
Eine Änderung lohnt die Erwähnung: Bis 2023 floss eine Dauerprüfung über mindestens 2.700 Spülgänge mit 15 Prozent in die Note ein. In der aktuellen Gewichtung ist sie nicht mehr enthalten. Wer Langlebigkeit als Kaufkriterium hat, findet sie im heutigen Testurteil also nicht mehr abgebildet — dazu steht mehr unter Lebensdauer und Reparatur.
Warum die schmalen Geräte schlechter abschneiden
Die Stiftung Warentest hält als Ergebnis fest, dass die 60 cm breiten Einbaugeräte insgesamt bessere Noten erreichen als die 45 cm breiten. Das ist kein Zufall und kein Qualitätsurteil über eine Bauart, sondern hat drei nachvollziehbare Ursachen:
- Der Verbrauch verteilt sich auf weniger Gedecke. Wasser- und Stromverbrauch sinken nicht proportional zur Breite. Pro gespültem Maßgedeck steht das schmale Gerät deshalb schlechter da — die Rechnung steht ausführlich unter 45 cm oder 60 cm.
- Weniger Platz für Technik. Wärmetauscher, Zeolith-Speicher und dritte Besteckebene brauchen Volumen, das in 450 Millimetern schlicht fehlt.
- Die Ausstattung liegt eine Stufe darunter. Hersteller platzieren ihre Spitzentechnik zuerst in der 60-cm-Klasse. Was dort Standard ist, kommt bei 45 cm oft eine Baureihe später oder gar nicht.
Für die Kaufentscheidung heißt das wenig: Wer nur 450 Millimeter Nische hat, vergleicht schmale Geräte untereinander, nicht gegen eine Klasse, die nicht in die Küche passt.
Wie klein das Feld wirklich ist
Der Prüfumfang spiegelt das Marktangebot. Beim Aggregator testberichte.de stehen 360 gelistete Angebote für 45 cm gegen 1.589 für 60 cm — Faktor 4,4. In der Warentest-Datenbank ist das Verhältnis mit 6 zu 51 noch deutlicher.
Der Rückgang betrifft alle großen Marken, nicht nur Nischenanbieter:
| Marke | 45 cm | 60 cm |
|---|---|---|
| Siemens | 99 | 322 |
| Bosch | 68 | 312 |
| Miele | 27 | 195 |
| AEG | 20 | 83 |
| Neff | 13 | 96 |
| Beko | 11 | 72 |
Die Zahlen sind Listungen inklusive Varianten und Auslaufmodellen, keine bereinigten Baureihen — als Größenordnung sind sie belastbar, als absolute Modellzahl nicht. Welche Hersteller die Klasse überhaupt bedienen, steht unter Welche Marken 45-cm-Geräte anbieten.
Woran man ohne Prüfurteil weiterkommt
Vier Angaben stehen in jedem Datenblatt, sind gesetzlich definiert und deshalb zwischen Geräten vergleichbar — anders als Marketingbegriffe:
Energieeffizienzklasse und Verbrauch. Seit 1. März 2021 gilt die Skala A bis G nach der EU-Verordnung 2019/2017. Gemessen wird ausschließlich im Eco-Programm nach der Norm EN 60436, angegeben werden Strom in kWh je 100 Zyklen und Wasser in Litern je einem Zyklus. Beide Zahlen sind direkt vergleichbar, solange man dieselbe Bezugsgröße nimmt — Details unter Energielabel und Verbrauch.
Geräuschemission in dB(A). Steht ebenfalls auf dem Label. Drei Dezibel weniger sind eine Halbierung des Schalldrucks; in einer offenen Küche ist das der Unterschied zwischen störend und unauffällig. Einordnung unter Lautstärke in Dezibel.
Nennkapazität in Maßgedecken. Hier lohnt eine Korrektur, die fast überall falsch steht: Es gibt keine nach Gerätebreite normierte Beladung. Die Verordnung definiert das Maßgedeck als Satz Geschirr für eine Person und die Nennkapazität als die vom Hersteller deklarierte Höchstzahl bei Beladung nach dessen Anleitung. Dass 45-cm-Geräte 9 bis 10 Gedecke fassen, ist marktüblich, aber keine Vorschrift. Was das praktisch bedeutet, steht unter Fassungsvermögen.
Ausstattung, die man selbst nachzählen kann. Besteckschublade oder -korb, Höhenverstellung des Oberkorbs, Auto-Türöffnung zum Trocknen, Aquastop. Das sind Ja/Nein-Angaben ohne Interpretationsspielraum.
Warum hier keine eigene Bewertung steht
Wir prüfen keine Geräte. Eine Rangliste aus Datenblättern zu bauen und „Test“ darüberzuschreiben, würde den Anschein einer eigenen Prüfung erwecken — das ist nach § 5a UWG irreführend, und es wäre schlicht nicht wahr. Sinnvolle Testergebnisse zu 45-cm-Geräten liegen bei Stiftung Warentest und beim VKI; beide kosten Geld, und beides ist gut angelegt, wenn eine Anschaffung im mittleren dreistelligen Bereich ansteht.
Was diese Seite leisten kann, ist die Einordnung: welche Angaben vergleichbar sind, wo die Klasse systematisch schwächelt und welche Geräte es überhaupt gibt. Die Auswahl unten folgt dem Preis, nicht einer Wertung.